Vinzenz Meier – Firmengeschichte


1938

Vinzenz und Alice Meier gründen die Firma Vinzenz Meier AG. Erstes Domizil ist im Quartier Scheibenschachen in Aarau und zwar in einem Einfamilienhaus. Vater und Mutter arbeiteten vorher bei der Firma Vogt in Niederlenz, wo sie sich kennen lernten. Vogt war damals der bedeutendste Grosshändler in der Schweiz für Gärtnerartikel, künstliche Blumen und Artikel für Bestattungsunternehmen. Vinzenz Meier war zuvor Buchhalter bei der Brown Boveri & Cie. BBC, Alice war ebenfalls branchenfremd.
Bald schon erfolgt der erste Umzug und zwar in ein Zweifamilienhaus an der Tannerstrasse in Aarau. Das Geschäft wird auf 2 Stockwerken betrieben. Im oberen Teil wurden von Frau Meier die Kränze gefertigt und Herr Meier fuhr die ersten Kollektionen mit Velo und Anhänger zu den Gärtnern. Das erste Sortiment umfasste Kränze, Wachsblumen und Seidenblumen.

 

1956

Umzug in ein eigenes, spezifisch gebautes Objekt an der Entfelderstrasse in Aarau. Das Sortiment umfasst inzwischen die wichtigsten Floristenbedarfsartikel und auch Schnittblumen.


Entfelderstrasse 46, Aarau


  

1957

Vinzenz Meier bewirbt seine Produkte und Dienstleistungen bereits in den 50er Jahren laufend in der Fachpresse und mit eigenen Prospekten. Die Bilder zeigen typische Inserate aus dem Florist von dieser Zeit.

         

 

 

1965/1966

10 Jahre später erfolgt bereits ein neuer, grosser Expansionsschritt durch den Neubau an der Schiffländestrasse 45 in Aarau. Ausserdem tritt Tochter Brigitte in die Firma ein.

 

Schiffländestrasse 45, Aarau

 

1977

Sohn Herbert, der an der Pariser Sorbonne studierte, gibt aufgrund grosser gesundheitlicher Probleme seines Vaters Vinzenz eine aussichtsreiche Stelle beim Bundesamt für Aussenwirtschaft BAWI (heute EDA) auf und tritt per 1. Januar 1977 in die Firma ein. Der Generationenkonflikt ist allerdings eklatant und die Firma zu dieser Zeit in einer unglücklichen wirtschaftlichen Lage. Bereits um 1975 wird Herbert Meier in den Verwaltungsrat der Börse Heimberg gewählt.

 

Verwaltungsrat der Blumenbörse Heimberg um 1975
Herbert Meier: hintere Reihe, zweiter von links


 

1978

Vinzenz Meier stirbt im August, Sohn Herbert wird Geschäftsführer, Mutter Alice und Schwester Brigitte sind zu je einem Drittel beteiligt. Es folgt eine schwierige Phase mit enormen Umsatzverlusten durch abgewanderte Kunden, Personalproblemen und anderem mehr. Herbert wird klar, dass die Firma als lokaler Grosshändler für Gärtnereien und Blumengeschäfte kaum Überlebenschancen hat. Die damalige Schweizerische Kreditanstalt SKA (heute Credit Suisse) hilft ihm, die gefährliche wirtschaftliche und auch juristisch schwierige Situation zu meistern. Herbert übernimmt die Aktien von Mutter und Schwester und entscheidet sich für eine Wachstumsstrategie, die angesichts des enormen Schuldenberges zu dieser Zeit fast als tollkühn bezeichnet werden muss: Die Verschuldung ist sechs mal grösser als der damalige Jahresumsatz…

Als Sofort-Marketingmassnahmen vergrössert er das Sortiment beträchtlich, liefert bald in die ganze Schweiz und investiert massiv in eine breitere Kundenstruktur. Eigene Prospekte, eine vierteljährlich erscheinende Hauszeitschrift (VM Prisma) sowie laufende Inserate in den Fachzeitschriften Florist und Gärtnermeister/gplus sorgen für eine hohe Wahrnehmung und permanenten Werbedruck. Regional markiert Vinzenz Meier mittels Ausstellungen in Hotels Präsenz.

 

1980

Vinzenz Meier präsentiert sich an der Grün 80 mit einem riesigen Stand. Anfang der 80iger Jahre ist der Ausbau des Sortiments Richtung Lifestyle – Home and Living – Tatsache. Einführung eines ERP-Systems. EDV, Scanner, Warenbewirtschaftung und automatisierte Auftragskommissionierung sind zu dieser Zeit ein absolutes Novum.
Der Einkauf wird ab 1980 über die Grossistenvereinigung Bellaflor abgewickelt. Insgesamt zählt die neue Gruppe 32 Grosshandelsbetriebe und zwar von Italien bis Norwegen. Damit beschafft Vinzenz Meier über Bellaflor rund 80% des Sortiments.
Der zentrale Einkauf über die Grossistenvereinigung Bellaflor ist ein bedeutender Entwicklungsschritt, auch aus heutiger Sicht. Den Lead übernehmen Herbert Meier mit 2–3 starken Partnern. Sie gehen zur Beschaffung mehrmals jährlich nach Fernost und zwar nicht an die üblichen Messen, sondern in die Produktionsbetriebe selbst. Die Zentrale von Bellaflor wird in Düsseldorf eingerichtet, zuweilen arbeiten dort gegen 15 Mitarbeiter. Um 2000/2001 beginnen sich einige kleinere Grosshändler, die mit dem Lead der Grossen nicht einverstanden sind, zu organisieren. Dies führt schlussendlich zur Spaltung der Gruppe. Die Grossen machen anschliessend unter dem neuen Dach der INdeko GmbH weiter. Diese wird im Jahr 2000 in der Hansestadt Bremen gegründet, heute gehören ihr sechs Grosshandelsunternehmen, darunter auch Vinzenz Meier, an.

Herbert V. Meier (1980)

 

1983

Umzug an die Weihermattstrasse 75–77. Mit dem Umzug wird das in die Jahre gekommene Corporate Design durch einen neuen Auftritt ersetzt. Das stilisierte «M» wird übrigens noch heute eingesetzt, allerdings nicht mehr mit dem damaligen, klassischen «Gärtnergrün».

  

Weihermattstrasse 75–77, Aarau



Vinzenz Meier operiert nun mit bis zu vier Aussendienstmitarbeitern und profiliert sich auch mit unkonventionellen Marketingideen. So wird in einem SBB-Personenwagen das ganze damalige Sortiment ausgestellt und der Wagen jeweils 2–3 Tage lang an den wichtigsten Stationen aufgestellt. Zur Unterstützung des Verkaufs erhält der Aussendienst Sortiments-Fotobücher. Dennoch entstehen erhebliche Fehlverkäufe, weil Aussendienst-Mitarbeiter ihre Kollektionen nicht genügend schnell mutieren – über dieses Problem schweigen sich allerdings die damaligen Florist-Inserate aus…
Auch an der Ornaris und den damaligen ESG- und Floristen-Generalversammlungen präsentiert sich Vinzenz Meier fortan mit einem Ausstellungsstand. Die Betriebskosten sind zu dieser Zeit sehr hoch. Ende der 80iger Jahre realisiert Herbert Meier, dass er anstelle des Verkaufs via Aussendienst auf eine Filialisierung setzen muss.

    

 

 

1990

Diese Jahrzahl markiert einen wichtigen Restrukturierungsschritt. Die Lastwagenflotte wird abgeschafft. Vinzenz Meier investiert massiv in die Lagerbewirtschaftung.
Eine neue EDV-Anlage ermöglicht, dass auch der Abholverkauf, das Bestellwesen und die Finanzbuchhaltung via EDV abgewickelt werden können. Das Herz dieser neuen Anlage war damals ein Desktop-PC mit einer 320 MB Festplatte, wie die Hauszeitung VM-Prisma zu berichten weiss… Das gesamte Sortiment, rund 6'000 Artikel, war bereits mit EAN-Strichcodes ausgerüstet.

    

Hauszeitung                       EDV-Anlage um 1990

 

1993

Anfangs 1990iger Jahre wird der Aufbau eines Filialnetzes vorangetrieben. Die erste Filiale öffnet 1993 in Oberengstringen. Danach entstehen ab 1994 Vinzenz Meier-Shops an den Blumenbörsen Rothrist, Muttenz, Heimberg, Mörschwil, Biel, Lausanne und Genf.

 

 

1994

Im Februrar 1994 eröffnet die Filiale in Landquart.

 

 

1999

Im März 1999 eröffnet die Filiale Chavannes bei Lausanne.

 

 

2000

Hebert Meier entscheidet sich aus wirtschaftlichen Gründen zur definitiven Aufgabe des Aussendienstes zugunsten des Abholverkaufs. Diese Strategieänderung stellt eine bedeutende Weichenstellung dar. Vinzenz Meier beginnt mit jeweils 3–4 Einkaufswochen pro Jahr und grosszügigen Rabatten zu operieren. Rabatte gibt es aber nur bei Abholung. In Aarau, später punktuell auch in einigen Filialen, werden floristische Demonstrationen und Fachkurse angeboten. Im September 2000 eröffnet die Filiale in Wil SG.


 

2002

Das Schnittblumengeschäft wird an die Schnittflor veräussert.

 

 

2005

Im Juli 2005 eröffnet die Filiale Vessy (Genf).

 

 

2008

Herbert Meier entscheidet sich aufgrund fehlender Nachfolgeregelung in der Familie für einen Verkauf an die Blumen- und Ideenbörse Mörschwil BBM. Zu dieser Zeit wird mit den verbleibenden Standorten Aarau, Oberengstringen, Wil, Meinisberg, Landquart, Vessy und Chavannes ein Jahresumsatz von rund 10 Mio. erzielt. Die neuen Besitzer führen Vinzenz Meier weiterhin als separate Firma. Erscheinungsbild, Ansprechpartner, Filialen – alles bleibt beim Alten. Im Dezember 2008 folgt die Eröffnung am Standort Schlieren unter dem Dach der BB Züri West AG 

 

2009

Im März 2009 eröffnet die Filiale Neftenbach unter dem Dach der Galerie Fleurie. Max Schweizer, ehemals Geschäftsleiter des Floristenverbandes, übernimmt die Führung von Vinzenz Meier.

 

 

2010

Im April 2010 eröffnet die Filiale Ittigen (Bern) unter dem gemeinsamen Dach von Galerie Fleurie.

 

 

2011

Eröffnung der neuen Filiale in Mörschwil (ehemals Faller AG). Durch den Einstieg der Blumen- und Ideenbörse Mörschwil BBM bei der Faller AG in Wangen ZH kann das Vinzenz Meier-Sortiment ausserdem fortan auch am Standort des neuen Blumenmarktes in Wangen angeboten werden. Damit ist Vinzenz Meier inzwischen an insgesamt 11 Standorten, verteilt über die ganze Schweiz, präsent. Mitte Jahr übernimmt Verena Bremgartner die Leitung von Vinzenz Meier.

 

Haltelhusstrasse 2a, Mörschwil


 

2012

Vinzenz Meier übernimmt rückwirkend auf den 1. Januar 2012 die Faller AG in Wangen.

Verkaufsfläche Faller AG, Wangen 

 

 

2013

Mit Michael Roth übernimmt ein Detailhandelsexperte Mitte 2013 die Führung von Vinzenz Meier.

 

Michael Roth, CEO ab 2013

 

 

2014

Unter der neuen Führung wird unter anderem das Beschaffungs- und Absatzmarketing neu strukturiert und der Auftritt Schritt für Schritt modernisiert. Dazu gehört auch eine neue Webseite, die Mitte Jahr online geht. Direkt neben dem Hauptsitz in Aarau entsteht zudem ein neuer attraktiver Showroom. Hier werden nicht nur die neuen Sortimente ausgestellt, sondern auch Kundenevents durchgeführt.

Showroom, Aarau 

 


2015

Einstieg bei Fleura Metz in Basel mit einem attraktiven Shop-in-Shop-Konzept und damit erneute Optimierung der Flächenabdeckung. Der Jahresumsatz von Vinzenz Meier liegt inzwischen bei rund 18 Mio, die mit etwa 6'000 Standardprodukten und 9'000 Saisonprodukten erzielt werden. Die Ladenflächen aller Filialen zusammen betragen rund 20'000 m² bei Lagerflächen von etwa 12'000 m².

Vessy GE Chavannes VD Meinisberg BE Ittigen BE Aarau AG Wil SG Mörschwil SG Landquart GR Schlieren ZH

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